Vision 31. Kulturcampus gemeinsam gestalten
Vom Leerstand zum Experimentierraum
Der Kulturcampus zählt zu den bedeutendsten kulturellen Stadtentwicklungsprojekten in Frankfurt. Dieser steht im Kontext einer umfassenden Quartiersentwicklung des ehemaligen Universitätscampus hin zu einem lebendigen Kulturcampus. Nach dem Wegzug der Goethe-Universität stehen etliche Gebäude auf dem Campus-Bockenheim leer. Zugleich gibt es zahlreiche Initiativen, Gruppen und Menschen, die akuten Bedarf an Veranstaltungsräumen haben, die Aufenthaltsqualität des Areals verbessern und ihre Ressourcen teilen möchten. Dies ist eine riesige Chance!
Das Modellprojekt “Vision 31. Kulturcampus gemeinsam gestalten” wurde 2024 von vier Partner*innen aus Politik, Verwaltung, Wissenschaft und Zivilgesellschaft ins Leben gerufen und schafft mit der Zwischennutzung der ehemaligen Kunstbibliothek einen offenen Raum auf dem Kulturcampus. Unter dem Motto “Ressourcen teilen” etablieren wir einen neuen Experimentierraum für die freie Kunstszene und Soziokultur. Hier soll ein zukunftsweisender Ort in Frankfurt gemeinschaftlich entwickelt werden, an dem verschiedene Disziplinen – Kunst, Soziokultur und Wissenschaft – zusammenkommen und kulturelle Praktiken erprobt werden. Das Gebäude wird mit seinen vielfältigen Kulturangeboten und Räumen zum wichtigen Treffpunkt für unterschiedliche Gruppen der Frankfurter Stadtgesellschaft, um demLeerstand auf dem Kulturcampus entgegenzuwirken, den Ort mit möglichst vielen Interessengruppen zu beleben und den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken.
Kunstbibliothek – Experimentierraum für Kunst, Kultur und Begegnungen
Ein lebendiger Ort, der Raum für Teilhabe bietet
Die Kunstbibliothek ist ein Experimentierraum für die freie Kunstszene und Soziokultur im Zentrum von Frankfurt-Bockenheim. Hier kann im Kleinen erprobt werden, was einen Teil des entstehenden Kulturcampus ausmachen soll: ein einladender Ort der Teilhabe, Begegnung und künstlerischen Praxis – vor allem für lokale Initiativen, Menschen und Projekte, die noch keinen festen Platz in der Stadt haben.
Die Kunstbibliothek versteht sich als Plattform für diverse Veranstaltungsformate und bietet Raum für künstlerische und soziokulturelle Experimente, Bildungsangebote, Kulturveranstaltungen und partizipative Formate. Unsere Vision ist ein Kulturort in und für Frankfurt, der möglichst vielen Menschen zugänglich ist, unabhängig von Alter, Herkunft und Lebensrealität. Unser Ziel ist es, dass viele Menschen an den Angeboten teilhaben und die vorhandenen Räume niedrigschwellig nutzen können. Inklusion verstehen wir als fortlaufenden Prozess: Wir entwickeln uns weiter, suchen den offenen Dialog und arbeiten daran, Barrieren abzubauen, damit Kunst und Kultur für viele gesellschaftliche Gruppen erlebbar wird.
Stellt mit uns die Fragen von Morgen!
In der Kunstbibliothek möchten wir eine Kultur der Gemeinschaft, der Zuversicht und der Verantwortung fördern. Gemeinsam wollen wir Räume für Ideen öffnen und zentrale Fragen unserer Zeit verhandeln: Wie können öffentliche Räume gesellschaftlichen Mehrwert schaffen? Welche Rolle spielen Zwischennutzungen für eine lebendige Demokratie? Wie tragen Architektur, Kunst, Soziokultur, Wissenschaft und Digitalisierung zu mehr Lebensqualität bei?
Gemeinschaftlich die lebenswerte Stadt von Morgen gestalten
“Vision 31” agiert in der neuen Kunstbibliothek und auf dem Kulturcampus lokal, aber verortet sich im Dialog mit internationalen, innovativen und gemeinwohlorientierten Projekten, die neue Modelle für gemeinschaftlich entwickelte urbane Transformation erproben. Wir verstehen uns als Teil eines globalen Diskurses über zukunftsfähige Stadtentwicklung und haben den Anspruch, Erfahrungen vor Ort so zu entwickeln, dass sie auf andere Gebäude, Quartiere und Städte übertragen werden können.
Unsere Mission
Unter dem Motto “Ressourcen teilen” setzt “Vision 31” mit lokalen communities, Kollektiven und Einzelpersonen eine kreative, offene und gemeinschaftlich organisierte Zwischennutzung um und bemüht sich aktiv um die Teilhabe von neuen Gruppen, die sich von existierenden Angeboten nicht angesprochen fühlen oder nicht über die nötigen Mittel verfügen, diese wahrzunehmen. In der Kunstbibliothek möchte “Vision 31” einen ko-kreativen Prozess etablieren, das heißt, vielfältigen Perspektiven eine Plattform bieten, Verhandlungsraum schaffen und Teilhabe ermöglichen.
Unsere Werte
Ressourcen teilen
Vision 31 setzt sich explizit für das Teilen von Räumen, Materialien und Wissen ein. Diese solidarische Praxis verstehen wir als Beitrag zu einem gerechten, selbstbestimmten und nachhaltigen städtischen Zusammenleben. Um das Teilen von Ressourcen zu erleichtern und um Teilhabe und Ko-Kreationin diesem Prozess zu ermöglichen, fördern wir interdisziplinäre Netzwerke und setzen uns für Austausch, Synergien und Kollaborationen ein. Offene Arbeitsgruppen sollen zudem räumliche, programmatische oder organisatorische Mitbestimmung ermöglichen. Damit möchten wir eine gemeinschaftsbildende Teilhabe, Gestaltung und Pflege öffentlicher Räume unterstützen und die Verantwortung für die geteilten Räume fördern.
Gemeinwohl stärken
Um einen gemeinwohlorientierten und offenen Raumzu schaffen, setzt sich Vision 31 explizit für gemeinschafts- und demokratiefördernde Projekte ein. Im Fokus steht ein nicht-gewinnorientiertes Freizeitangebot, das kostenfrei zur Verfügung steht und von möglichst vielen Interessierten genutzt werden kann. Der Zugang zu den Räumen und Ressourcen soll möglichst niedrigschwellig sein, sodass diese potenziell allen zur Verfügung stehen, die Interesse und Bedarf an einer Nutzung haben. Nicht zuletzt bemühen wir uns, eine Kultur des Vertrauens und der offenen Kommunikation als Grundlage für erfolgreiches Teilen zu etablieren. In diesem Sinne werden Arbeitsabläufe, Projektentwicklungen und Entscheidungen auf unseren digitalen Kanälen und in Info-Veranstaltungen transparent kommuniziert.
Experimentell sein
Mit unserem Fokus auf das Teilen von Ressourcen, Wissen, Materialien und Räumen möchten wir kreative und nachhaltige Ansätze unterstützen. Hierfür schaffen wir einen vielfältig nutzbaren Raum, in dem ausprobiert, erprobt und experimentiert werden darf. Wir unterstützen explizit die freie Kunstszene und Soziokultur, die unabhängig arbeitet und neue Ideen einbringt. Der Ansatz soll sich nicht nur in einem facettenreichen Veranstaltungsprogramm, sondern auch in der flexiblen Raumgestaltung im Erdgeschoss niederschlagen. Außerdem fungieren die Kreativwerkstatt, das Medienlabor, die Probebühne, die inklusive Küche und der Gruppenraum als Orte des Wissensaustauschs, kreativen Schaffens und Lernens.